Die CDU-Stadtverordnetenfraktion Bad Camberg hat zur ersten Sitzung des Parlaments im neuen Jahr einen Antrag eingebracht, mit dem der Magistrat beauftragt werden soll, die Dächer aller städtischen Gebäude und Liegenschaften daraufhin zu überprüfen, ob die Installation zusätzlicher Photovoltaikanlagen zur Solarstromerzeugung möglich ist. Dies wiederum mit dem Ziel, in Bad Camberg den Solarstrom-Anteil zu erhöhen. Dass die Installation zusätzlicher Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden dabei kein Selbstzweck ist, macht Fraktionsvorsitzender Daniel Rühl deutlich: „Natürlich sind zusätzliche Solarstromanlagen in Bad Camberg mit Blick auf den Klimaschutz und das Gelingen der Energiewende sinnvoll, jedoch müssen derartige Projekte auch einer Kosten-Nutzen-Betrachtung standhalten. Es bringt nichts, wie vereinzelt gefordert, nun auf Teufel komm raus Photovoltaikanlagen auf städtischen Dächern zu installieren, deren Ausrichtung oder Neigung mit Blick auf den Energieertrag ungünstig ist oder die noch während der Lebensdauer der neuen Anlagen zur Sanierung anstehen.“ Daher soll der Magistrat nach dem Willen der CDU auch beurteilen, auf welchen städtischen Gebäuden unter gleichberechtigter Berücksichtigung ökologischer, energetischer, technischer und wirtschaftlicher Aspekte die Errichtung neuer Photovoltaikanlagen denn wirklich sinnvoll ist.

Durchgeführt werden sollen diese Investitionen in öffentliche Photovoltaikanlagen nach den Vorstellungen der Bad Camberger Christdemokraten von der Erneuerbare Energie Bad Camberg GmbH – einer hundertprozentigen Tochter der Stadt, die bereits für die bestehenden Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden verantwortlich zeichnet, sich jedoch in den vergangenen Jahren auf das Verwalten beschränkte und keine zusätzlichen Anlagen mehr in Angriff nahm. „Idealerweise sollte es uns über die GmbH aufgrund sinkender Modulpreise und niedriger Zinsen gelingen, die Anlagen weitgehend mit Fremdkapital zu finanzieren, die Tilgung über die jährlichen Stromerträge zu erwirtschaften und so eine Belastung für den städtischen Haushalt zu vermeiden“, erläutert CDU-Fraktionsvorsitzender Rühl in diesem Zusammenhang.

Weiter betont die CDU-Stadtverordnetenfraktion in dem Antrag die Notwendigkeit, vor dem Hintergrund entsprechender bundes- und landespolitischer Vorgaben den Anteil regenerativer Energien steigern und hierzu auch auf kommunaler Ebene einen Beitrag leisten zu müssen. Der im kreisweiten Vergleich in Bad Camberg recht hohe Wert regenerativer Energien am gesamten Stromverbrauch (44% im Jahr 2017), sei maßgeblich durch die Inbetriebnahme mehrerer Windkraftanlagen in den letzten Jahren verursacht und weniger durch Anlagen zur Solarstromerzeugung, so dass es hier ggf. noch ungenutzte Potenziale gebe. Kritisch zeigen sich die Christdemokraten jedoch angesichts des hohen Flächenverbrauchs gegenüber der Freiflächenphotovoltaik. „Dies gilt gerade mit Blick auf die Landwirtschaft, die ohnehin bereits unter dem zunehmenden Flächenfraß leidet und der wir nicht unnötig gute Böden entziehen wollen“, ergänzt CDU-Fraktionsgeschäftsführer Frederik Angermaier in diesem Zusammenhang. 

« Rede des CDU-Fraktionsvorsitzenden Daniel Rühl zum städtischen Haushalt 2020 Bürgerinformation Ausgabe Februar 2020 »